Datum:25/10/2015 16:30

Das Volksmusik-Ensemble der Hochschule Luzern pflegt nicht nur ein breites Repertoire alpenländischer Volksmusik, sondern setzt sich mit neuen und alten Musikströmungen im Grenzbereich zu Klassik und Jazz auseinander.

Markus Flückiger, Leitung

 

 

Seit 2009 ist die Formation "Alpini Vernähmlassig" das Schau- und Hörfenster der Hochschule Luzern, des einzigen Orts weit und breit, wo man den Schwerpunkt Volksmusik studieren kann. Seither können Studierende mit einer Affinität zur klingenden Volkskultur gleichberechtigt mit Klassikern und Jazzern ihren musikalischen Rucksack füllen, um anschliessend kompetent im Musikerleben bestehen und die Liebe zur Volksmusik vermitteln zu können. Das Ensemble, das in wechselnden Besetzungen unterschiedlicher Grösse auftritt, pflegt nicht nur ein breites Repertoire Alpenländischer Volksmusik, sondern setzt sich mit neuen und alten Musikströmungen im Grenzbereich zu Klassik und Jazz auseinander und entwickelt daraus seinen eigenen Sound. Neu und frisch und anders dürfte die Volksmusik durch die Tatsache werden, dass sich professionelle Musikerinnen und Musiker ihr widmen.

Markus Flückiger, Leiter des Ensembles, erklärt: «Anfangs haben die ‹Alpinis› vor
allem Kompositionen ihrer Vorbilder interpretiert. Heute schreiben sie die meisten Stücke selbst. Bei einigen Liedern ist der volksmusikalische Hintergrund eindeutig hörbar, bei anderen zeigen sich die vielseitigen Einflüsse aus Klassik und Jazz. Für begabte Volksmusiker hört die Musik nicht beim Nachspielen und Kopieren der Vorbilder auf. Meiner Meinung nach muss jeder seine eigene Sprache entwickeln und dies gelingt nur, wenn man die Musik von verschiedenen Seiten her angeht und immer wieder kritisch beleuchtet. Überlieferte Muster beispielsweise sollen hinterfragt, ausgeleuchtet und danach entweder weggelassen, weiter entwickelt oder ganz einfach – wenn sie gut sind – beibehalten werden.»

Dank ihrem allgemein musikalischen Wissen, dem technischen Können und künstlerischem Denken lassen diese Musikerinnen und Musiker die Volksmusik virtuoser, dynamisch differenzierter, harmonisch raffinierter, rhythmisch überraschender werden. «Alpini Vernähmlassig» ist also nichts für Sofa-Höckler. Trotz ihrer Offenheit gegenüber Einflüssen aus anderen Stilrichtungen und regelmässiger kreativer Selbstverwirklichung brechen die Studierenden nicht mit ihren volksmusikalischen Wurzeln. Immer wieder musizieren sie auch in traditioneller Manier mit Gleichgesinnten und überraschen dabei mit ihrem einfühlsamen Gespür für ganz «normale» Ländlermusikklänge.

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