Datum:13/06/2015 20:00

John Voirol nimmt die gregorianischen Pilgergesänge der Choralschola auf und bringt sie in seinen Improvisationen zu zeitgenössischem Ausdruck.

Choralschola «Linea et Harmonia»
John Voirol, Saxophon
David Eben, Leitung

 

Gregorianischer Choral ist der einstimmige Gesang des christlichen Mittelalters. Er gilt als gesungenes Wort Gottes in lateinischer Sprache und war Bestandteil der Liturgie. Unsere Gruppe LINEA ET HARMONIA bringt diese Musik in Konzerten zur Aufführung oder sie wirkt bei der Gestaltung von Gottesdiensten mit. Als gemischte Choralschola kann sie aus einem grossen Repertoire schöpfen und auch mehrstimmige Kompositionen aufgreifen.
Künstlerischer Leiter ist David Eben aus Prag. Dort gründete er 1987 die Schola Gregoriana Pragensis und unterrichtet seit 1993 an der Karls-Universität. Von 2008 bis 2012 wirkte er als Professor für Gregorianik an der Universität Luzern. Gleichzeitig leitete er an der Jesuitenkirche die Schola, woraus unsere Gruppe entstand.

Homo viator steht für das mittelalterliche Bild des wandernden Menschen. Ziel ist das himmlische Jerusalem, doch auf Erden führen die Pilgerfahrten nach populären Orten wie Jerusalem, Rom, Santiago de Compostella und viele andere. Das heutige Programm schöpft aus dem Codex Calixtinus, dessen Gesänge die Pilger auf dem Jakobsweg begleiteten. Aus dem Llibre Vermell wenden sich die Gesänge an die „Schwarze Madonna“ im katalanischen Kloster von Monserrat. Stationen auf dem Weg durch die Schweiz sind St. Gallen und Sachseln. Noch heute sind zahlreiche Pilger unterwegs zu diesen Stätten der Heiligenverehrung.

Da Pilger damals wohl von Instrumenten begleitet wurden, soll diese Verbindung mit einem musikalischen Dialog besonderer Art erahnt werden. Der Saxophonist John Voirol nimmt die lateinischen Texte mit ihren Melodien auf und bringt sie in seinen Improvisationen zu einem zeitgenössischen Ausdruck. Er meint dazu: „Gregorianische Musik enthält das Wesentliche jeder Musikalität: freien Rhythmus, der atmet und Raum lässt, Dynamik und Harmonie.“ John Voirol (1958 in Tavannes geboren) arbeitete während mehr als zehn Jahren mit Pater Roman Bannwart zusammen. Er unterrichtet an der Musikhochschule Luzern.

 

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